Hintergrund & Konzeption des Hiphop-Projekts
Der „4 elements club“ wurde im Januar 2008 in Weimar gegründet. Die Initiatoren des Hiphop-Projekts sind DJ Shame (Goldmine, Boomshakalaka Jena, Tonight’s Da Night 106,6 Mhz) und Wretch (rec. Headz Weimar). Die 4 ec – crew besteht aus einem Team von kreativen Leuten aus den verschiedensten medialen Bereichen. Im Mittelpunkt stehen Hiphop-Clubparties mit authentischem Hintergrund. Die vier Elemente der Hiphop-Kultur (DJ-ing, MC-ing, Graffiti-Writing und Breakdancing) werden als Session (Jam-Charakter) in die verschiedenen Club-Veranstaltungen mit eingebaut und abwechselnd bedient. Dabei treten DJ’s, MC’s und Breaker der aktiven Hiphop-Szene auf. Writing-Aktionen werden gekonnt in das Rahmenprogramm mit eingebaut.
Die Idee ist aus der Not heraus entstanden. Hiphop als flächendeckende Popmusik in der ersten Dekade des neuen Jahrtausends und die Schwemme der in diesem Zusammenhang angebotenen „Black-Beat Parties“ überdeckt die eigentliche Weiterentwicklung der urbanen Sub-Kultur Hiphop. Die Wertvorstellung, welche die Musikindustrie den potentiellen Hiphop-Hörern vermittelt, ist vollkommen konträr zu den eigentlichen Grundgedanken der Bewegung. Die Plattenfirmen verkaufen hiphop-angehauchten „Weichspüler-Sound“ als „Real-Shit“. Sie vermarkten die Styles und Knowledge von der Straße und verkaufen halbstarke Show-Gangster als ihre Helden. Durch den hemmungslosen Ausverkauf leidet das Ansehen der Kultur. Außerdem wird die Szene zerrissen. Relativierend muss jedoch erwähnt werden, dass sich die gesamte Bewegung in dem sog. Club-Jahrzehnt befindet. Clubbing ist Inn und bringt auch den “Headz” eine Menge Spass und Abwechslung! Jedoch beschränkt sich das ausschließliche Clubbing auf das Feiern zum Abspulen von bereits etablierten Musik-Produkten. Das Publikum wird passiviert und zum Kunden erklärt. Der “Fame” – welcher im Hiphop gezollt wird für wahres Können – wird abgelöst durch die Anerkennung für Äußerlichkeiten und Materialismus. Die Teilbereiche Graffiti, Breakdance, MC-ing u. Turntablism treten dabei langfristig zu stark in den Hintergrund. Ein Forum das die Weiterentwicklung und das Schaffen der Hiphop-Bewegung fördert fehlt. Die Vernetzung wird gefährdet und eine Präsentationsfläche für neue Entwicklungen ist kaum mehr gegeben. Der Breitensport im Hiphop hat viellerorts große Konzertveranstaltungen mit oft exzellenter internationaler Besetzung hervorgebracht. Er bietet sogar Raum für profitabe Festivals, bspw. das Splash. Diese können jedoch die Hiphop-Jams, wie sie in den 80er und 90er Jahren noch regelmäßig stattfanden, nur bedingt ersetzen. Sie richten sich lediglich an die breite Masse – an den Rap-Konsumenten! Als Forum für sich entwickelnde Nachwuchskünstler und Aktivisten können diese, angesichts der Menschenmassen und Distanz der Veranstaltungen, nur bedingt dienen. Eine Vernetzung, wie sie in kleinen und häufigen regionalen Jams stattfindet, können diese nur erschwert erzeugen.
Der „Four elements club“ kann an dieser Situation sicherlich nichts entscheidendes ändern. Es geht bei dem Projekt auch nicht darum sich vor dem Club-Jahrzehnt und dem Publikum der Mainstream-Bewegung zu verschließen, um sich ausschließlich auf Hiphop-Jam’s im Sinne der Old School zu konzentrieren. Wohl aber geht es uns als Initiatoren darum, in unserer Region eine Alternative hervorzubringen und zu verdeutlichen, dass Hiphop so viel mehr zu bieten hat als Geld, Drogen, Waffen und billigem Sexappeal. Ein Hauptanliegen ist es uns zudem, die durch den „Pop-Boom“ zersplitterte Hiphop-Gemeinschaft regelmäßig wieder zu vereinen und damit zu stärken.
Auf dem Haupt-Floor sind die Veranstaltungen musikalisch – neben aktuellem und klassischem Hiphop bzw. R&B – auch bei den „Hiphop-Essentials“ wie Funk, Soul, und Jazz angesiedelt. Auf dem zweiten Floor werden in unregelmäßigen Abständen auch Drum & Bass und Dancehall Line-Ups geboten.
Auf den Veranstaltungen legen DJ’s mit jahrelanger Club-/Jam-Erfahrung auf. Es soll musikalisch und technisch ein hohes Niveau geboten werden. Der Club steht bei den Veranstaltungen immer im Mittelpunkt. Performances aus den 4 Hiphop-Elementen werden „sessionmäßig“ eingebunden. Es handelt sich etwa um Graffic/Video-Shows auf den Floors, Turntablism-Actions, Graffiti-Actions auf extra Floors bzw. Workshops am Nachmittag, Live-Rap-/Beatbox-/Freestyle-Sessions und natürlich auch um spontane Breakdance-Einlagen. Welche Session wann und wie eingebaut wird, ist meist erst kurze Zeit vor der Veranstaltung klar. Hinter jeder 4 ec-Veranstaltung steht eine neue Idee, die innerhalb der 4 ec-crew geschmiedet und umgesetzt wird. Der „4 elements club“ versteht sich ferner als mobiles Projekt. Die Locations wechseln je nach Programm und Möglichkeiten. Die Veranstaltungen finden in unregelmäßigen Abständen, maximal jeden 2. Monat statt um die Qualität zu wahren und eine Publikumsroutine auszuschließen.
Der 4 ec versteht sich als Hiphop-Forum. Deshalb möchten wir noch einmal ausdrücklich die Förderung von „Neueinsteigern“ und Aktivisten in allen Bereichen des Hiphops betonen. Kreative Ideen und Anregungen sind bei uns jederzeit Willkommen.
4 ec – Crew 2008

